Nach zwei anstrengenden Tagen im Auto, in denen wir die volle Pracht des Himalaya genießen durften, erreichten wir gegen Abend das kleine Dorf Sani im Zanskar Valley. Sonam Gazo, der Bürgermeister des Ortes und langjähriger Freund von Rainer Lezius, lud die ganze Truppe zum Abendessen ein und stellte uns den Familien vor, in denen wir die nächsten 8 Tage wohnten. Am darauffolgenden Morgen starteten wir mit einer Begehung des Schulgeländes. Hierbei wurde die Fläche für das Volleyballfeld abgesteckt und die mitgebrachte Tischtennisplatte in der Schule aufgebaut. Mit großer Begeisterung stürzten sich Jung und Alt auf das neue Sportgerät. Nach einer kleinen Akklimatisierungsphase starteten wir am nächsten Morgen mit der Materialbeschaffung. Neben den Stangen für das Netz mussten Bagger, LKW, Zement, Steine und über 60qm Sand besorgt werden. Dank der großen Hilfsbereitschaft der Bewohner von Sani gelang es, das gesamte Material noch am selben Tag bereitzustellen, sodass wir am Morgen des vierten Tages mit dem Bau beginnen konnten. Nachdem das Feld ausgehoben und die Erde abtransportiert wurde, begannen wir mit den Einwohnern bis spät in die Nacht das Volleyballfeld mit Sand zu füllen. Am fünften Tag widmeten wir uns der fachgerechten Ausrichtung und Montage der Stangen, über die das Netz später gespannt werden sollte. Nach Abschluss der Arbeiten initiierten wir ein großes Volleyballturnier.

„ DPSG Heimbach-Weis vs. Ladakhis“

Zunächst glaubten wir, den Jungs und Mädels aus Sani, durch unsere schulsportliche Vorbildung in Volleyball, überlegen zu sein, doch die Kondition auf über 3500m wies uns schnell Grenzen auf. Auf Grundlage dieser zweiseitigen Defizite blieb das Turnier fair und spannend bis zum Schluss. Im Anschluss versammelten wir uns mit allen zur gemeinsamen Zahnputzaktion. Unter Anleitung von Claudia und Volker Weber aus Aachen lernten die Kinder und Jugendliche theoretische Kenntnisse über Zahnerkrankungen und die Notwendigkeit der regelmäßigen Zahnpflege. Praktische Tipps gab es anschließend beim großen Zähneputzen vor der Schule.

Der folgende Tag galt den Patenkindern. Rainer Lezius und Paula Roos überreichten die mitgebrachten Briefe und Geschenke und stellten den Kindern ein paar Fragen zum Verlauf der schulischen Ausbildung. Dank der überaus großen Spendenbereitschaft aus der Heimat war es uns möglich, eine Patenschaft für ein Kind aus Sani zu übernehmen. Dawa Tsangpo, ein talentierter Junge aus Sani, erhält die nächsten 8 Jahre finanzielle Unterstützung von uns, um so seinen Schulabschluss zu erlangen.

Am letzen Abend lud uns das ganze Dorf zum Dankesfest in das dorfeigene „Vereinsheim“ ein. Bei Tanz und Musik verbrachten wir ein paar schöne Stunden zusammen mit allen Eltern und Kindern. Abschließend bedankte sich der Ortsvertreter der Patenkinder bei allen Pfadfindern für die Hilfe und das Engagement, dass sie dem Dorf gegenüber brachten. Mit den Worten seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lamas beendete er seine Rede:

„ Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe. Die Pfadfinder aus Deutschland haben den Weg zu einer lebenslangen Freundschaft gefunden.“